Adeliges Bewußtsein

Welches Selbstverständnis man als Adeliger in der modernen bürgerlichen Welt hat und wie man es lebt

 

Dieses Buch ist eine romanhafte Biographie und zugleich ein Buch über den Adel heute und ein wenig auch über adeliges Benehmen. Zunächsteinmal der Klappentext:

Noch immer umgibt den Adel ein Image des Exklusiven, nicht nur beim Leserkreis der Regenbogenpresse, doch stehen dabei die Angehörigen des Hochadels im Vordergrund. In diesem Buch geht es dagegen um das Selbstverständnis des niederen Adels in unserer modernen Zeit. Die Adelsprivilegien sind abgeschafft und in Schlössern leben nur noch wenige Familien. Was ist mit den Adelsfamilien, die in normalen Häusern oder Wohnungen leben und nicht zu den Superreichen gehören, wie leben sie, welches Bewußtsein haben sie, wie denken sie und wie können sie ihre von der Tradition und Erziehung geprägten Ideale und Vorstellungen in der modernen Gesellschaft noch umsetzen?

Das Buch versucht, darauf Antworten zu geben und will gleichzeitig über die Situation des Adels allgemein und das adelige Benehmen und adelige Konventionen informieren. Man erfährt hier z. B., daß der Adel als Stand in Deutschland nie abgeschafft wurde, sondern lediglich seine Privilegien verlor, daß der Adel einer über 90 jährigen Negativberichterstattung ausgesetzt ist und unser Bild vom Adel der Wirklichkeit in Vergangenheit und Gegenwart nicht entspricht.

Baron v. Nahodyl (geb. 1958) hat diese Schilderung mit vielen selbst erlebten Geschichten illustriert und so einen unterhaltsamn Lesestoff entstehen lassen, der zugleich auch lehrreich ist.
 

Inhaltsübersicht:

1. Was „Adel“ bedeutet. Bedeutung des Begriffs und geschichtliche Herkunft, von der Bronzezeit bis ins Mittelalter. Ahnenforschung. Mormonen haben sogar den Gott Odin nachgetauft. Ein Hund als König im mittelalterlichen Drontheim.

2. Abschaffung des Adels. Der Adel wurde in der Weimarer Republik nicht abgeschafft, sondern nur seine Privilegien. Der Fall zu Guttenberg und ähnliche Fälle bürgerlicher Politiker. Adelstitel als Namensbestandteile. Die Situation in Österreich. Das bürgerliche „von“.

3. Die negative Sicht des Adels. Abgrenzung der Weimarer Republik von der Monarchie. Fragwürdigkeit von durch Revolution entstandener Gesetze. Wenn Deutschland den 1. Weltkrieg gewonnen hätte, wäre die Monarchie dann abgeschafft worden? Typus des fiesen Adeligen in Literatur und Film, z. B. Prinz John, Zorros Widersacher, der Imperator in der Star-Wars-Serie usw. Dekadenz, Erbkrankheiten, Gottesgnadentum, priviligierte Schichten heute (Wirtschaft), Vorurteile über Adelige: Adlige sind immer reich.

4. Adelige und Bürgerliche. Adelige Arroganz. Probleme bei der Integration von Adeligen in bürgerliche Gesellschaftsschichten, Adel und die Kunststile.

5. Das Adelsrecht. Das Adelsrecht der Adelsverbände heute. Das Prinzip des Mannesstammes. Ausheiraten und Einheiraten. Ein adeliger Name bedeutet nicht automatisch eine Adelszugehörigkeit. Adelskauf, Scheinadelige. Adelsprobe. Prinzen und Prinzessinnen im Märchen.

6. Ebenbürtigkeit. Der Sinn der Ebenbürtigkeitsforderung. Aufgabe des Ebenbürtigkeitsprinzips in den Königshäusern. In Schweden regiert bald das bürgerliche Haus Westling. Adel wird unabhängig von Titeln vererbt.

7. Die Ehe. Sinn der Ehe als Verbindung und Verpflichtung zweier Familien. Traditionelle Verlobungs- und Hochzeitsanzeigen. Ehevertrag. Ehe von links. Ablauf der Hochzeitsfeier. Kleidung der Gäste.

8. Schlösser. Nur die wenigsten Adeligen haben ein Schloß. Etagenadel. Schloß, Burg, Palast, Palais, Hotel, Villa, Landhaus, Chalet, Residenz (Erklärung). Einrichtungen: Stil statt Design. Schloß als Mittelpunkt der Familie.

9. Adelige Werte. Ehre, Spielschulden, Einhaltung von gegebenen Zusagen, Religion, Familie, Mut. Adelige und Monarchie. Ablegen des Adels.

10. Adeliges Benehmen. Höflich gleich höfisch. Kindererziehung, Schule, Sportarten, das Duell, Adel auf dem Radel, Ritterlichkeit.

11. Adeliger Sprachgebrauch. Spezielle Anreden mit „Ihr“ oder „Er“. Vermeidung von Slang und Kraftausdrücken. „Ad Dieu“ statt „Tschüß“, Vornamen, Kevinismus, Spitznamen. Die feine Konversation. Französische Sprache.

12. Korrekte Kleidung. Erklärung der einzelnen Dresscodes im adeligen Verständnis: Casual, Business, Cocktail, Black- und White Tie. Kostüm statt Hosenanzug. Fingerringe (Siegelringe), Schmuck. „Schuhe ausziehen“ unerwünscht.

13. Titel und Anreden. Herr, Frau, Fräulein sind alte Adelstitel. Warum Titel verwendet werden müssen. Die verschiedenen Adelsränge: Herren, Freiherren, Grafen, Fürsten, Herzöge, Könige (Erklärung der Herkunft, Bedeutung, Anreden und Höflichkeitstiteln). Rangkronen, Begrüßung und Vorstellung.

14. Schriftliches. Wappen, Briefköpfe, Visitenkarten, Abkürzungen auf Visitenkarten, Einladungen, das Verfahren, einen Brief ohne Umschlag nur mit Siegel zu verschließen. Briefmarkengeheimsprache.

15. Die Blumensprache. Die Bedeutung der einzelnen Blumen in einem Blumenstrauß, die Bedeutung der Farben der Blüten. Schönheitspflästerchen und ihre Bedeutungen.

16. Bei Tisch. Korrektes Benehmen bei Tisch im Hause oder in der Gastronomie.

17. Adel in anderen Ländern. Rechtliche oder gesellschaftliche Stellung des Adels in den europäischen Ländern.

Schluß. Petöfis Spottgedicht „Der ungarische Edelmann“.
 

Das Buch hat zu regen Diskussionen geführt, weil in ihm auch Kritik allgemein an "Dörflern" geübt wurde. Was dabei vergessen wurde, ist die Tatsache, daß auch der Adel hier mehrfach kritisiert wird, sogar Sandor Petöfis Spottgedicht "Der ungarische Edelmann" ist ja enthalten. Vor allem aber: Es handelt sich um eine romanartige Biographie, in solchen Werken finden sich Übertreibungen, lustige Einfügungen, klischeehafte Überzeichnungen, ja, sogar frei erfundene Teile. Insofern unterscheidet sich so ein Buch von einer reinen Tatsachenschilderung. Kritik an Menschen des einfachen Volkes findet sich auch in den Büchern der Gräfin v. Bredow, ohne daß dies jemanden gestört hatte, und auch in "Noblesse Oblige" der Gräfin Brühl sind romanhafte Übertreibungen und freie Zudichtungen enthalten. Trotzdem bewirkte das Buch, daß ich in den Medien als "Adels-Snob" bezeichnet wurde, obwohl ich mich nie arrogant den "Dörflern" gegenüber verhalten habe. Dem Absatz dieses Buches hat das allerdings eher genützt, denn es verkauft sich seitdem sehr gut.

Baron Árpád von Nahodyl, "Adeliges Bewußtsein - Welches Selbstverständnis man als Adeliger in der modernen bürgerlichen Welt hat und wie man es lebt", Norderstedt 2013, 236 Seiten, 20 Abbildungen, ISBN 978-3-7322-8898-4, 14,90 €. B 3.

 

 

 

Amazon Rezensionen

(Bewertung bei Amazon: 5 Sterne)

 

Weitere Kommentare:

Michael P., 4. 6. 2015: Inzwischen habe ich Deine neuen Bücher bekommen - lesen sich prächtig. Zuerst habe ich den Band über den Adel (incl. gesellschaftlicher Umgangsformen, freut mich, daß auch die Kürzel zu den Visitenkarten enthalten sind) durchgelesen, sehr gute Zusammenfassung. Jetzt folgt der Band zur Bibel. Laß Dich von der Kritik, die ich von Leuten gehört habe, die die Bücher offenbar nicht gelesen haben, nicht beeindrucken. Hier fehlt vielen doch der Zugang (und auch eigenes Wissen), eigentlich ein Grund gerade etwas mehr zu lesen, aber damit ist es heute immer schwieriger (kann ich aus der Praxis wirklich bestätigen).