Der Ursprung biblischer Mythen

Die Enträtselung christlicher Glaubensvorstellungen

 

 

Welche uralten heidnischen Mythen stecken hinter den bekannten Geschichten der Bibel, z. B. von Kain und Abel, Noah, Adam und Eva, der Sintflut, Jesus, Maria, den Aposteln oder dem Paradies? Hier finden sich Antworten, die uns helfen, die Bibel in ihrer ursprünglichen Bedeutung zu verstehen. Es handelt sich dabei in den meisten Fällen um Gottheiten und ihre Mythen, die von den Schreibern der Bibel bewußt übernommen wurden. In dem Buch wird gezeigt, daß Eva eigentlich eine Göttin ist, daß es sich bei der Auseinandersetzung von Kain und Abel um den Mythos des Streites von Wintergott und Sommergott handelt und daß hinter vielen christlichen Heiligen bekannte Götter stehen, die im Gewande des Heiligen in der christlichen Zeit weiterverehrt werden konnten. Auch der Begründer des Christentums, Jesus, hat Gottheiten als Vorläufer, die Kreuzigung ist ein ursprünglicher Einweihungsmythos und die Apostel haben deutliche Bezüge zu heidnischen Göttern und dem Tierkreis. Die wichtigen Figuren der Bibel, Jachveh (Gott), Elohim (Götter), Satan, und die Erzengel werden ausführlich entschlüsselt. Dieses Buch will helfen, das Verständnis der Bibel und des Christentums zu verbessern, indem es aufdeckt, woher die Geschichten stammen, die wir bisher zu unrecht für biblisch und christlich hielten.

Es geht in diesem Buch darum, die Quellen des Christentums zu entdecken und kennenzulernen. Das trägt dazu bei, diese Religion genauer zu verstehen und befähigt einen, zu erkennen, welche Bestandteile hinzugefügt oder wo etwas verfälscht wurde. Es entthront damit zwar die Kirchen, in deren Händen bisher die Deutungshoheit bezüglich der Bibel und christlicher Traditionen lag, es gibt aber diese Deutungsmöglichkeit nun an den Leser weiter und hilft ihm so, sich ein eigenes Bild von dem Glauben zu machen, den er vielleicht hat oder hatte. Es ist aber vor allem ein Schlüssel zum Verständnis der biblischen Geschichten aus ihrer eigenen Tradition heraus, die wir alle kennen und die das Bewußtsein unserer Gesellschaft nachhaltig geprägt und bestimmt haben. Das Buch ist meiner Ansicht nach zum Verständnis des Christentums sehr wichtig (die erste Anregung, es zu schreiben verdanke ich längeren theologischen Diskussionen mit Vertretern der Zeugen Jehovas), es sollte aber auch dazu beitragen, daß die Toleranz für nichtchristliche, polytheistische Religionen wächst, da es die entsprechenden polytheistischen Wurzeln auch in der Bibel findet und aufzeigt.

1997 hatte ich schon einmal eine Kurzfassung dieses Buches unter dem Titel "Heidnische Mythen in der Bibel" (244 Seiten, 31 Abbildungen) als photokopiertes Buch im kleinen Rahmen vertrieben. Die aktuelle Fassung ist völlig umgeschrieben, ergänzt und verbessert (siehe die nebenstehende Titelabbildung).

Das Titelbild der Neufassung zeigt Prof. Ludwig Fahrenkrogs Zeichnung "Allvater" von 1920.

Im folgenden gebe ich einen Überblick über die einzelnen Kapitel.

Kapitel 1 behandelt die Bezeichnungen Deus, Theos, Gott, El, Eloah, Ilah, Allah, Adon, Jachveh, Shekhina und Shaddai, sowie esoterische Ausdeutungen Jachvehs (Iehovah=IEOUA). Alle diese Namen sind vorchristlich und heidnisch, was hier gezeigt wird.

Kapitel 2 zeigt in gleicher Weise die vorbiblische Herkunft der weiteren Bezeichnungen für Götter und Engel: Elohim, Adonai, Zebaoth, die Trinität (Dreieinigkeit), der Heilige Geist (Pneuma Hagion), die Erzengel, Satan, Teufel, Lucifer, Belial, Antichrist, Beelzebub, Engel, Seraphen und Cheruben.

Im 3. Kapitel wird die Herkunft des biblischen Schöpfungsmythos dargelegt. Dabei kommt dann auch die Frage der Quellen des Pentateuch auf den Plan. Der elohistische Schöpfungsbericht, die sieben Schöpfungstage, das Vater-Unser mit seinen 7 Bitten, die heilige Zahl 432 000, das himmlische Jerusalem, die heilige Zahl im Nibelungenlied.

Im Kapitel 4 geht es um die ersten Menschen im Paradies: Heva (Eva), die Schlange, Adam, orientalische Mythen von Adam als Riese, der Urriese, die Paradiesflüsse, der Lebensbaum, der Apfel, der Paradieswächter sowie die Hölle.

Kapitel 5 setzt dies mit der Behandlung von Kain und Abel fort: Der Brudermord, Habel, Kain, der Kain-Habel-Mythos (Sonnengott und Wintergott), Baldur und Hödur, das Kainsmal, Siegfrieds Tod, Hintergrund der Kain-Habel-Erzählung, Seth.

Im Kapitel 6 geht es um die Sintflutsage, die teilweise wörtlich aus dem babylonischen Gilgamesch-Epos genommen wurde: Der Sintflutbericht des Gilgamesch-Epos, Vergleich beider Fassungen, die Sintflutsage bei den Griechen, weitere Sintflutsagen.

Kapitel 7 handelt von dem ursprüglichen Mondgott Noah, dem Ahnherr der Völker. Die Völkertafel, Japheth, Ham und Sem, der germanische Abstammungsmythos, der Mondgott, die indische Mythenfassung, die Himmelsbrücke, die Posaune Gottes.

Kapitel 8: Der Leviathan, das Bibelungeheuer: Beschreibung des Leviathan, die Midgardschlange, Thór und die Midgardschlange, Bedeutung des Leviathan, Tannin, der Behemoth, der Fenriswolf.

Im 9. Kapitel geht es um weitere biblische Mythen: Esther und Mardochai (Ishtar und Marduk), Simson, Abraham und Sara (Brahma und Saraswati), der Gott Asasel, Debora, Moses, Symboltiere der Evangelisten.

Mit dem 10. Kapitel kommen wir zum Neuen Testament, zu Jesus: Die  Messiaserwartung, Bedeutung des Messias, Jesu Stammbaum, die Evangelien, Jesu leiblicher Vater, Galatien-Celtenland, der celtische Gott Esus, andere Wanderprediger und Gottessöhne, Überlieferungsstränge, der historische Vorläufer des Jesus, ist Jesus Gott, Gottessohn oder Mensch? Götterbezüge, Jesu Geburt, Mithraskulte, der Kindermord 234.

Kapitel 11: Maria. Marias Mutter Anna, Venus-Aphrodite-Freyja, Diana-Artemis, weitere Göttinnen, die drei Marien, die dreieinige Maria, „Maria-Síf“, Marienerscheinungen.

Im 12. Kapitel werden die 12 Apostel mit Götterkreisen verglichen: Anzahl und Namen der Apostel, deutliche Tierkreissymbolik, der Volksglaube zu den Aposteln, der Götterkreis, der heilige Gral und die Tafelrunde, weitere Götterkreise, die Söhne des Donnergottes.

Kapitel 13. vergleicht Jesu Wunder mit vorchristlichen Wundern: das abgeschlagene Ohr, das Weinwunder, weitere Wunderheilungen und Geisteraustreibungen, Totenerweckungen, das Meer beruhigen, über das Wasser wandeln, Fischreichtum, die wunderbare Brotvermehrung, Gleichnisse.

Widersprüche und Deutungen der Kreuzigung behandelt Kapitel 14: Die Erbsünde und die Erlösung, das Kreuz und Initiationsriten, germanische Parallelen: Odins Selbstopfer, der Tod am Kreuz, weitere Belege für eine Kreuzigung, die Auferstehung, ursprünglicher Sinn der Erlösung durch das Kreuz, das letzte Abendmahl.

Im 15. Kapitel geht es um das Heidentum in der Bibel: Streit von Jachvehdienst und Baalskult Baal und seine Beinamen, Ashera, weitere Götter, Erwähnung heidnischer Heiligtümer und Götterbilder in der Bibel, Vermischter Kult, Zerstörung der Kulte, Sonnenwagen und Sonnensäulen, Götter für die Heiden, Missionsauftrag des Jesus.

Um die bekannten katholischen Heiligen geht es in Kapitel 16: St. Martin (Mars), St. Nikolaus (Wodan), St. Ignatius (Ing), St. Oswald und eine Liste weiterer Heiliger mit ihren vorchristlichen Entsprechungen.

Kapitel 17. stellt die Apokryphen vor, die verborgenen Bibelbücher: Festlegung des Bibelcanons, Apokryphen des Alten Testaments, Apokryphen des Neuen Testaments.

Baron Árpad v. Nahodyl Neményi, Der Ursprung biblischer Mythen - Die Enträtselung christlicher Glaubensvorstellungen. Verlag Books on Demand, Norderstedt 2015, 388 Seiten, 52 Abbildungen, 16,80 €, ISBN 978-3-7347-7522-2 B 6.

 

 

Rezension aus dem Materialdienst der EZW (Evangelische Zentraltelle für Weltanschauungsfragen):

Baron Árpád von Nahodyl Neményi, Der Ursprung biblischer Mythen. Die Enträtselung christlicher Glaubensvorstellungen, Books on Demand, Norderstedt 2015, 388 Seiten, 16,80 Euro.

Unter dem Pseudonym Géza von Neményi ist der Autor durch mehrere Publikationen, u. a. zu heidnischen Festen und Runenmagie, hervorgetreten. Sein Weg führte ihn vom Armanen-Orden über die Heidnische Gemeinschaft zur Germanischen Glaubens-Gemeinschaft, die er neu gründete und seither als „Allsherjargode“ leitet. Für Irritationen hatte zuletzt sein Anspruch gesorgt, in dieser Eigenschaft das traditionelle Heidentum in Deutschland zu repräsentieren (vgl. MD 11/2003, 424-428).

Im vorliegenden Buch hat er es sich zur Aufgabe gemacht, die Bibel in ihrer ursprünglichen Bedeutung zu verstehen. Das ist ein hoher Anspruch! Den eigentlichen Impuls für das Werk habe er durch Begegnungen und Diskussionen mit Zeugen Jehovas erhalten (13). Sein Vater, ein katholischer Theologe, soll ihm bei inhaltlichen Fragen hilfreich zur Seite gestanden haben.

Von Neményi geht davon aus, dass es sich bei den biblischen Texten im Kern ursprünglich um heidnische Mythen und Vorlagen gehandelt habe, auf die sich die biblischen Autoren bezogen hätten. Daher plädiert er für eine mythische Deutung der Bibel, übersieht jedoch völlig, dass die Bibel vom Handeln Gottes in der Geschichte Zeugnis geben möchte. [Kommentar 1]

Um es vorwegzunehmen: Mit solcherlei Vorgaben, wie sie von Neményi vornimmt, sind Fehldeutungen vorprogrammiert. Vieles wird vom Verfasser in die Bibel hineingelesen und in sie „hineingeheimnisst“. Hier ist nicht der nötige Platz, um auf Details näher eingehen bzw. manches richtigstellen zu können. Dass der Autor dem heutigen Christentum irrigerweise ein fundamentalistisches Schriftverständnis bzw. einen „Buchstabenglauben“ unterstellt (10), zeugt von einer schlecht informierten bzw. nicht unvoreingenommenen Perspektive. Auch die Verwendung des durch völkische Theologie vorbelasteten Begriffs „alttestamentarisch“ dokumentiert, dass von Neményi weder mit exegetischen Grundeinsichten noch mit gängigen christlichen Bezeichnungen vertraut ist. [Kommentar 2]

An insgesamt 17 Begriffen bzw. Themen – Gott, Götter und Engel, Paradies, Kain und Abel, Sintflut, Noah, Leviathan, Mythen, Jesus, Maria, Apostel, Wunder Jesu, Kreuzigung, Heidentum, Heilige und Apokryphen – möchte von Neményi den Nachweis eines direkten Einflusses mythischer Überlieferungen auf die Bibel erbringen, was jedoch nicht ansatzweise überzeugen kann. Auf wissenschaftlich-exegetische Literatur hat er bewusst verzichtet, da er deren Autoren (christliche Theologen!) bereits bei den Bibelübersetzungen für befangen hält (12)!

Der Verfasser geht irrtümlich davon aus, dass die Reinkarnationsvorstellung in Joh 3,3 zu finden sei (283). Er übersieht, dass es an der betreffenden Stelle um die christliche Taufe als Wiedergeburt aus Wasser und Geist geht. Weiter behauptet er, die Kirche würde die Brandbestattung ablehnen, „weil dadurch der für die fleischliche Auferstehung benötigte Körper zerstört“ werde (ebd.). Im Blick auf die Deutung des Kreuzes macht er sich gar die Deutung der Zeugen Jehovas zu eigen, wonach es sich ursprünglich um einen Pfahl gehandelt hätte, das Kreuz jedoch ein heidnisches Symbol sei (284f). Überhaupt geht von Neményi von einer angeblichen Verfallsgeschichte des frühen Christentums aus, wonach die Kirche massiv Einfluss auf die biblische Überlieferung genommen und sie nach eigenem Gutdünken verfälscht habe (202). [Kommentar 3]

Hinter biblischen Figuren und Geschichten vermutet der Verfasser heidnische Gottheiten und Mythen, die „ursprüngliche Religion“ sei jedoch von Schriftgelehrten und Theologen umgedeutet worden. In der Edda, die allerdings erst Mitte des 13. Jahrhunderts entstanden ist, erblickt er „die ureigenste und reinste Quelle“, in die „unsere Vorfahren ... ihre ganze Weisheit und ihr spirituelles Wissen gelegt“ hätten (377). [Kommentar 4]

Letztlich liest sich von Neményis Buch als Plädoyer für eine ursprüngliche heidnische, weil „eigene“ Religion. Sie sei zu unterscheiden vom Christentum als fremde, „verfälschte“ Religion. Kurios wirkt schließlich die abschließende Forderung, „unsere eigenen europäischen Wurzeln zu finden, dann werden wir auch den Weg zu einer unserer abendländischen Mentalität angemessenen spirituellen Ethik annehmen und leben können“ (377). Im Umkehrschluss bedeutet das: Das Christentum folgt einer Religionsform, die der“abendländischen Mentalität“ zutiefst unangemessen, offensichtlich aufgezwungen erscheinen muss. In verklausolierter Sprache kommen damit Denkmuster zum Vorschein, die letztlich eine „arteigene“ Religion postulieren. [Kommentar 5]

Insgesamt hat man als Leser den Eindruck, dass der Autor bei seiner Darstellung assoziativ vorgeht und sein Anliegen munter fabulierend vorträgt, ohne sich durch (literatur-)wissenschaftliche Erlkenntnissde korrigieren oder belehren zu lassen. Damit erweist sich das vorliegende Werk als ideologisch motiviert. Es ist auch nicht vorstellbar, dass die in dem Buch zugrunde gelegten Prämissn und Ergebnisse innerhalb des Neuheidentums auf ungeteilte Zustimmung stoßen werden. Vor allem im Blick auf biblisch-exegetische Grundlagen zeigt sich der Verfasser schlecht informiert. Somit muss der Versuch von Neményis, (Neu-)Heiden und Christen einander näherzubringen, als gescheitert betrachtet werden. [Kommentar 6] Matthias Pöhlmann, München

(EZW-Materialdienst 2/16, S. 75f).

 

Kommentar 1: Da die Bibel gar kein einheitliches Buch ist, sondern eine Sammlung unterschiedlichster religiöser, mythischer und pseudogeschichtlicher Bücher unterschiedlichster Zeiten und Herkunftsorte, kann man wohl kaum in diesem Schriftenkonglomerat von einem Willen Gottes sprechen, der diesen Texten zugrundeliegt.

Kommentar 2: Nein, nicht dem heutigen Christentum habe ich ein fundamentalistisches Schriftverständnis unterstellt, sondern dem Christentum in seiner Gesamtheit vom Anfang bis in unsere Zeit. Unbesteitbar wurden viele biblische Geschichten wortwörtlich verstanden und führten so zu einer bis heute wirkenden wörtlichen Bibeldeutung. Daneben gibt es heute nicht nur die beiden Großkirchen, sondern viele christliche Sekten, die fundamentalistische Bibeldeutung betreiben. Mein Buch versteht unter dem "heutigen Christentum" das Christentum in seiner Gesamtheit, also alle christlichn Kirchen und Religionsgemeinschaften. Dabei ging es mir eindeutig nicht darum, die theologischen "exegetischen Grundeinsichten" der beiden Amtskirchen erneut anzuführen. Die Bibel wird nicht nur von den Theologen der Amtskirchen gedeutet, sondern auch von den Vertretern christlicher Religionsgemeinschaften und Sekten. Ich wollte aber auch deren Deutungen nicht einfach nur anführen, sondern eine eigene Deutung vorstellen. Denn ich gehe davon aus, daß die in der Vergangenheit begründete theologische Bibeldeutung Fehler enthält, die bis heute weitergetragen werden.

Kommentar 3: Mir ist bekannt, daß die Theologen die Aussage Jesu in Joh. 3, 3 im Sinne einer "Taufe" deuten. Doch der Text spricht nicht von einer Taufe, sondern verwendet den Begriff "Wiedergeburt". Dies ist ein gutes Beispiel dafür, wie die Theologen eine völlig eindeutige Bibelstelle in ihrem Sinne "umdeuten". Genau diesen Fehler wollte ich nicht tun und habe daher den Text im ursprünglichen Wortlaut gesehen. "Wiedergeburt" bedeutet "Wiedergeburt" und nicht "Taufe".
Ja, die Brandbestattung wurde von den Kirchen abgelehnt, allerdings von den Kirchen vor etwa 2 Jahrhunderten. Heutzutage ist das zugegeben anders. Im 2. Vatikanischen Konzil (1965) wurde der Satz im Glaubensbekenntnis "Ich glaube an die Auferstehung des Fleisches" daher geändert in "... der Toten".
Daß das Bibeloriginal gar nicht den Begriff "Kreuz" verwendet, sondern "Pfahl" ist eine Tatsache, die die Zeugen Jehovahs publiziert haben. Ich habe das erwähnt, weil es richtig ist - das mag den Theologen der Amtskirchen mißfallen, ist aber Tatsache.
Und zur Allgemeinbildung gehört das Wissen darüber, daß im 4. Jh. in der Kirche die Bibelbücher zusammengestellt wurden und viele sog. Apokryphen verworfen wurden. Da gab es tatsächlich einen deutlichen Eingriff in die Überlieferung.

Kommentar 4: Die älteste Handschrift der Edda stammt aus dem 13. Jh., aber deswegen ist die Edda nicht erst im 13. Jh. entstanden, genauso wie die älteste Bibelhandschrift aus dem 4. Jh. stammt, dennoch ist die Bibel viel älter.

Kommentar 5: Das Christentum ist uns tatsächlich nicht optimal gewesen, es wurde aber in den Jahrhunderten unserer Mentalität und Denkweise angepaßt. Von "arteigen" habe ich nie geredet, zumal unsere "Art" bekanntlich "Mensch" ist, und unzweifelhaft ist auch das Christentum eine von Menschen gemachte Religion. Aber man wird leicht einsehen, daß eine in der eigenen Kultur und Natur der Region verwurzelte Religion den Menschen besser entspricht, als eine aus einer ganz anderen Region und Kultur importierte Religion - deswegen haben viele Menschen unserer Gesellschaft mit dem Islam so ihre Probleme.

Kommentar 6: Ideologisch motiviert ist wohl eher diese Rezension. Als Autor darf man einen Standpunkt haben, deswegen ist das Buch nicht ideologisch motiviert. Und wie Neoheiden darauf reagieren, interessiert bei diesem Thema gar nicht, denn diese sind sicher nicht die Zielgruppwe für ein Buch über die Bibel. (A. v. N. N.)

 

 

User "Herbstwind" im Forum Wodans-Erben, Thread "Der Ursprung biblischer Mythen", Post 11 vom 31. 5. 2015:


>So, heute früh las ich dieses Werk nun fertig.
Mein Fazit: In hohem Maße interessant, man kriegt einen tieferen Einblick in die Bibel, liest vieles fortan mit anderen Augen Ich wußte ja bereits, daß da verschiedene Überlieferungenm zusammengeflossen sind, dennoch erstaunlich, welche heidnischen Mythen man dort entdecken kann. Etwa bei der Erzählung von Kain und Abeld wäre ich da nie auf die Idee gekommen. Auch wenn es Sachen gibt, welche mich nicht so ganz überzeugen wollen: Das Buch regt sehr zum Nachdenken an.<

Die Rezension im Materialdienst der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen 2/2016 im Faksimile: