Goden

Die heidnischen Priester der Germanen

 

Viel ist heute bekannt über die Druiden, die heidnischen Priester der Kelten, aber wie sieht es mit den Goden aus, den Priestern der vorchristlichen Germanen? Auf diesem Gebiet besteht viel Unklarheit und Unwissen. Dieses Buch widmet sich erstmalig allein den Priestern der Germanen, zeichnet anhand der Primärquellen ein wissenschaftlich korrektes Bild über die Goden und hilft mit, unsere diesbezüglichen Wissenslücken zu schließen.
Goden waren durchaus keine bloßen Ritualleiter ohne irgendwelche spirituellen Qualifikationen. Die Quellen machen klar deutlich, daß die Goden nicht nur über eine mehrjährige Ausbildung verfügen mußten, sondern auch, daß sie in einem komplizierten Ritual in dieses Amt initiiert wurden. Es gab regelrechte Godenschulen und es sind Hinweise auf die Einweihungsrituale der germanischen Goden erhalten. Unsere vom isländischen Spätbild beeinflußten Vorstellungen müssen also revidiert werden. Das Godenbild, welches in den isländischen Sagas teilweise erscheint, ist durch die rein weltliche Funktion der Goden in christlicher Zeit beeinflußt worden. Diese Sichtweise wurde von den Sagaschreibern in die heidnische Zeit zurückdatiert, weil sie kein Interesse daran hatten, die heidnisch-religiösen Wurzeln dieses noch in christlicher Zeit bestehenden und hoch geachteten Amtes zu erwähnen. Das hätte diesem Amt in seinem Ansehen geschadet.
In dem Buch werden also die Primärquellen, von Caesar über Tacitus bis zu den mittelalterlichen Chronisten im Wortlaut angeführt, selbst Fundstücke wie bestimmte Runensteine, die die Goden erwähnen, sind hier enthalten. Es entsteht ein Gesamtbild der Goden, das in dieser Form noch relativ unbekannt ist.

Die bekannte Priesterin Veleda wird vorgestellt, die vermutlich als Stammespriesterin mehrerer Stämme an den Externsteinen wirkte. Zu ihrem Schicksal in der Zeit nach Aussetzen der schriftlichen Quellen (z. B. Tacitus) werden neuere Erkenntnisse angeführt. Diese berühmte Priesterin verbrachte ihren Lebensabend nach erfolgloser Flucht als Gefangene im römischen Reich in einem Tempel ihrer Hauptgöttin.
In zwei Kapiteln werden in diesem Buche darüberhinaus auch die Völven, die späteren sog. Hexen und Bünde von Zauberinnen behandelt, die es schon seit ältesten Zeiten gibt. Immer wieder haben neue Hexen behauptet, es habe Hexenbünde schon in der Antike gegeben - hier sind die Quellen dafür aufgelistet. Am Schluß wird das Aufnahmeritual der Hexen- bzw. Heiden-Kultgemeinschaften an Hand der Bilder des Guaccio (17. Jh.) erläutert.
Natürlich werden neben den Goden auch andere Priesterbezeichnungen wie etwa "Ewart" behandelt und auch den Gydjas (Godinnen) wird Raum gewidmet, denn die Germanen kannten auch weibliche Goden. Erst dem Christentum war es vorbehalten, Frauen die Befähigung für das Priesteramt abzusprechen.

 

Baron Árpád v. Nahodyl Neményi, "Goden - Die heidnischen Priester der Germanen". Verlag Books on Demand, Norderstedt 2016. 160 S., 54 teils farb. Abb., ISBN 978-3-7322-8352-1. gebunden, (12,80  €), B24.