Kommentar zu den Götterliedern der Edda

Teil 1 Die Odinslieder

 

In mehreren Ländern Europas sind heidnische Gemeinschaften als Religionsgemeinschaften staatlich anerkannt und den Kirchen gleichgestellt. Deswegen wurde es notwendig, eine kommentierte Ausgabe der Götterlieder der älteren Edda aus heidnischer Sicht vorzulegen, die Grundlage für eine heidnische Deutung der Mythen bilden will und zur Arbeit in den heidnischen Gemeinschaften geeignet ist.

Eine neue Übersetzung und Deutung der Edda auf einem heidnisch-religiösen Hintergrund! Der erste Band des dreibändigen Werkes beschäftigt sich mit den Odinsliedern. Nach einer Einleitung zur Geschichte und Datierung der Edda und allgemeinen Deutungshinweisen werden folgende Lieder genauer betrachtet:         

Völuspá
Grímnismál
Vafþrúðnismál
Hrafnagaldr Óðins
Vegtamsqviða
Hávamál
Loddfáfnismál
Rúnatalsþáttr Óðins

Dieses Buch aus der Reihe "Altheidnische Schriften" ist damit der derzeit einzigste Eddakommentar zu den wichtigen Eddaliedern, in denen der Gott Óðinn im Mittelpunkt steht und es bringt erstmals eine Deutung aus heidnisch-religiöser Sichtweise. Es werden Paralleltexte angeführt, die uns das hohe Alter vieler Mythen beweisen, bis hin zum Rigveda.

Ergänzt werden die Texte und Deutungen durch viele, zum großen Teil farbige Abbildungen u.a. aus alten Eddahandschriften und einem umfangreichen Index, um Namen und Personen in den Liedversen schnell auffinden zu können.

Dieses Buch wird zweifellos der wissenschaftlichen Deutung der Edda viele neue Impulse und Anregungen geben und wird für Heiden Grundlage eines neuen Eddaverständnisses sein.

Géza von Neményi, "Kommentar zu den Götterliedern der Edda – Teil 1 Die Odinslieder", Kersken-Canbaz-Verlag, Holdenstedt 2008 (ISBN 978-3-89423-133-0), 250 Seiten, 20 Abbildungen (davon 13 in Farbe) 29,80. B 11.

 

 

Kommentar zu den Götterliedern der Edda

Teil 2 Die Thorslieder

 

Vier Jahre hat es gedauert, bis der 2. Band des dreibändigen Werkes „Kommentar zu den Götterliedern der Edda“  erscheinen konnte. Das Gesamtwerk findet vom Thema her sicher kein so großes Interesse, wie andere heidnische Themen, das war von Anfang an klar. Dennoch ist dieses Werk eminent wichtig, denn alle heidnischen Richtungen – seien sie neu- oder altheidnisch, berufen sich direkt oder indirekt auf die Überlieferungen der Eddas. Auch diejenigen, die überall einen „christlichen Einfluß“ wähnen oder herbeiwünschen und deswegen relativ geringschätzig auf die Eddas blicken, stellen doch die Götter in den Mittelpunkt, von denen die Eddalieder erzählen. Ohne diese Mythen würden wir von manchen Gottheiten nicht viel mehr als einen Namen kennen, von anderen nicht einmal den. Ob wir uns dessen also bewußt sind, oder nicht, die Eddas sind für uns Heiden sehr wichtig und unsere Hauptquelle.

Umso wichtiger ist es, daß wir die Mythen kennen und verstehen und auch deuten können. Gäbe es bei den verschiedenen Heiden Einigkeit über die Bedeutung der Eddas, kämen sich alle auch inhaltlich näher. Das ist allerdings derzeit noch nicht so, aber dieses Buch will helfen, daß es hier besser wird.

In dem 2. Band finden sich die 5 Lieder des Gottes Þórr in deutscher Übersetzung. Grundlage bildet die Simrock-Übersetzung, auf die sich einst alle heidnischen Gemeinschaften geeinigt hatten, aber natürlich in Korrektur, denn die Übersetzung von Karl Simrock hat ihre Fehler und Schwachstellen. Nun liegt hier also erstmals eine heidnisch korrigierte Simrockübersetzung vor. Jede Strophe wird nun kommentiert, wie es ja auch schon im 1. Band mit den Strophen der Óðinslieder geschah. Damit kann man sofort zu jeder unklaren Stelle eine Deutung finden. Die Deutungen sützen sich auf andere, teils unbekannte Quellen, deren Heranziehung uns hilft, die Eddamythen zu deuten. Wem ist etwa bekannt, daß Þórs Diener Þjálfi auch in Sagen der Langobarden vorkommt? Dort heißt er allerdings Lamissio. Und sogar im Rigveda, einer 4000 Jahre alten Quelle, findet sich dieser Diener des Donnergottes (als Pushan). Wir lesen Eddamythen von Þjálfi nun ganz anders, wenn wir die Vorgeschichten und Parallelfassungen kennen.

Für Forscher steht das Heldenlied Völundarqviða mitten zwischen den Þórsliedern in der Handschrift des Codex Regius, also der Haupthandschrift der Edda, und sie verstehen nicht, warum das so ist. Ich erkläre, daß Völunds Bruder Egill der Egill ist, dessen Kinder Þjálfi und Röskva als Diener dem Donnergott folgen. Im Rigveda heißt er Kutsa. Das Lied paßt also sehr wohl in diese Reihenfolge (da es aber ein Heldenlied ist, wird es in dem Buch nicht gedeutet).

Natürlich bleiben Deutungen immer Deutungen und sind nie Dogmen. Nur der Mythos ist fest, ist sozusagen das „Dogma“, die Deutung ist frei. Aber eine Deutung wird umso genauer und zutreffender, je mehr Parallelüberlieferungen herangezogen und berücksichtigt werden.

Nachdem der erste Band mit den Odinsliedern 2008 erschienen ist, gibt es hier nun die Fortsetzung, den 2. Band, der die fünf Thorslieder enthält, nämlich:

Hárbarðzljóð
Hymisqviða
Aegisdrecka oder Lokasenna
Þrymsqviða oder Hamarsheimt
Alvíssmál.

Die Übersetzung von Karl Simrock wurde nach dem altnordischen Originaltext der Edda korrigiert und überarbeitet und jede Strophe dieser Lieder kommentiert, um ein vollständiges Verständnis der Edda zu ermöglichen.

Auch im 2. Band werden wieder wichtige Paralleltexte aus dem germanischen Kulturkreis und darüber hinaus bis hin zum altindischen Rigveda herangezogen. Diese Quellen helfen, die Mythen in ihrer ursprünglichen Form und Bedeutung zu entschlüsseln.

Dieses Buch aus der Reihe "Altheidnische Schriften" ist neben Klaus v. Sees rein wissenschaftlichem Kommentar der derzeit einzigste frei erhältliche Eddakommentar zu den Eddaliedern, in denen der Gott Thórr im Mittelpunkt steht und es bringt erstmals eine Deutung aus heidnisch-religiöser Sichtweise die dennoch wissenschaftlichen Ansprüchen genügt.

Ergänzt werden die Texte und Deutungen durch viele, zum großen Teil farbige Abbildungen u.a. aus alten Eddahandschriften.

Auch dieser zweite Band wird zweifellos der wissenschaftlichen Deutung der Edda viele neue Impulse und Anregungen geben und wird für Heiden Grundlage eines neuen Eddaverständnisses sein.

Géza von Neményi, "Kommentar zu den Götterliedern der Edda – Teil 2, Die Thorslieder", 151 Seiten, 26 teils farbige Abbildungen, Kersken-Canbaz-Verlag 2012, ISBN 978-3-89423-133-0 (22,90 Euro). B 12.

 

 

Kommentar zu den Götterliedern der Edda

Teil 3 Die Vanenlieder

 

 

Dies ist nun der 3 und letzte Band, der die restlichen Götterlieder, in denen die Vanengottheiten im Vordergrund stehen, behandelt. Es sind die Lieder

Skirnisför
Grógaldr
Fjölsvinnsmál
Rígsþula
Hyndluljóð

Außerdem enthält das Buch einen Anhang mit weiteren Liedern:

Heimdallargaldr
Sörla Þáttr
Lokka táttur
Nachtrag Grímnismál 18
Weitere Deutungen

Ein Gesamtregister mit allen Namen aus der Edda für die Bände 1-3 der Reihe schließt diesen 3. Band ab. Man kann damit jeden mythologischen Namen nachschlagen, sieht in welchen Eddastrophen er vorkommt und hat dann gleich die Deutung dazu.

Warum hat die Edda in unserem Bewußtsein einen anderen Stellenwert, als z. B. die Vedas im Bewußtsein gläubiger Hindus? Was ist geschehen, daß wir es nicht schaffen, sie in einer ähnlichen Weise zu würdigen? Liegt es daran, daß wir zu lange christlich waren und nun von „heiligen Büchern“ genug haben? Oder liegt es daran, daß wir von nichtheidnischen Wissenschaftlern beeinflußt sind, die uns weismachen wollen, daß die Eddas kein authentisches Heidentum unserer Vorfahren repräsentieren? Wir pilgern lieber nach Indien und Tibet und bestaunen diese Hochkulturen, statt uns mit dem zu beschäftigen, was unsere Kultur hervorgebracht hat.

Ich weiß nicht, warum das so ist. Aber diese drei Bände sind dazu gedacht, diese abwertende Sichtweise der Eddas zu beenden und ihnen den Stellenwert zurückzugeben, den sie einst hatten. Ich wage die klare These: Die Götterlieder der Älteren Edda sind uralte teils indogermanische Mythen in einer sehr archaischen Fassung, frei von jeglichem christlichen Einfluß. Sie wurden buchstabengenau überliefert, was man immer noch an kleinen Einzelheiten erkennen kann. Um einmal ein Beispiel dafür zu bringen: Im Götterlied Lokasenna findet sich die Schreibweise „Ragnarökr“, in allen andern Eddaliedern aber steht „Ragnarök“. Ein kleiner, unbedeutender Unterschied, der aber zeigt, daß die Abschreiber im 13. Jh. nichts verändert haben. Die Lieder kamen aus mündlicher Tradition von verschiedenen Sängern, wurden aufgeschrieben und schließlich im 13. Jh. abgeschrieben. Es wäre ein Leichtes gewesen, derartige unterschiedliche Schreibweisen zu vereinheitlichen, zumal ja die Bedeutung gleich ist. Das tat man aber ausdrücklich nicht und ließ den Unterschied stehen. Das Götterlied Hárbardzljóð zeichnet sich durch völlig unregelmäßige, munter wechselnde Versmaße aus – es sind eigentlich gar keine richtigen Versmaße. Auch so etwas hätte ein Abschreiber oder ein Sammler der Lieder leicht ändern können und auch diesen Text in eines der bekannten Versmaße bringen können – er tat es aber nicht. Das zeigt, wieviel Respekt man vor den Texten hatte, daß man nicht wagte, irgendetwas zu verändern. Als an einer Stelle in der Gylfaginning (Kap. 41) eine Strophe des Liedes Grimnismál zitiert wird, heißt es dazu: „So heißt es hier mit der Asen eigenen Worten“ – noch im 13. Jh. hat man also die Texte der Götterlieder als der Götter eigene Worte angesehen. Zu dieser Haltung sollten wir wieder finden, und der „Kommentar zu den Götterliedern der Edda“ liefert dazu die Fakten. Alle als christlich verdächtigte Stellen werden heidnisch gedeutet und erklärt, teils unter Heranziehung des Rigveda, alle Hinweise auf hohes Alter werden angemerkt. Wenn in den Hárbardzljóð Þórr dem Hárbarðr (Óðinn) anbietet, von Seinem Speisevorrat zu geben, dann ist das die alte Bezahlung mit Naturalien, die es im 13. Jh. schon lange nicht mehr gab. Ein Dichter des 13. Jh. hätte sich so etwas wohl kaum absichtlich ausgedacht um seinem Text den Anschein eines hohen Alters zu verleihen. Nein, unsere Götterlieder sind uralt und Offenbarungen der Götter.

Die Götterlieder der Edda repräsentieren die heiligen Überlieferungen unserer Kultur, sie stellen einen wichtigen Bestandteil unserer Kultur dar und können uns unseren verlorenen kulturellen Hintergrund geben. Sie wurden zwar im fernen Island aufgeschrieben, aber schon allein die in ihnen erwähnten Baumarten (z. B. Askr, Embla, Ok usw.), die auf Island gar nicht vorkommen, sind der Beweis, daß die Eddalieder mit Island in-haltlich nicht viel zu tun haben. Daß sie aus unserer Gegend und Dänemark stammen, hatte ich bereits in einem früheren Artikel gezeigt („Ist die Völuspá dänisch?“). Unsere heidnischen Vorfahren flüchteten vor Karl & Co, zunächst nach Norwegen, dann weiter nach Island. Wir können die Eddas also mit gutem Gewissen als Teil unseres Kulturgutes betrachten und in einem der Heldenlieder beruft sich die Edda selbst auf „deutsche Männer“ als Erzähler der Sagen. Es sind auch die typischen deutschen Heldensagen zu finden, nämlich vor allem die Siegfried- und Gudrunsage, die bekanntlich am Rhein und in Südgermanien spielen. Diese Geschichten kannten die deutschen Überlieferer noch gut und erzählten sie im Norden weiter, bis sie aufgeschrieben wurden.

Alle drei Bände sind in sich abgeschlossen und auch einzeln verwendbar, wenngleich es natürlich Verweise aufeinander gibt.

Géza von Neményi, "Kommentar zu den Götterliedern der Edda – Teil 3 Die Vanenlieder", Kersken-Canbaz-Verlag, Holdenstedt 2014 (ISBN 978-3-89423-136-1), 221 Seiten, 11 Abbildungen (davon 7 in Farbe) 27,80. B 13.

 

Rezensionen aus heidnischen Foren

 

Amazon Rezensionen Band 1

(Amazon-Bewertung: 5 Sterne)

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(Amazon-Bewertung: 5 Sterne)