Lieder der Vorzeit

Götterlieder, Heldenlieder und alte Volkslieder

 

Dieses Buch ist für die Praxis gedacht, für das Singen und Einüben oder mit Instrument Spielen unserer Lieder. Zugleich zeigt dieses Buch, was uns noch alles an heidnischen Liedern erhalten ist.

Unsere ältesten, teilweise noch heidnischen Lieder sind hier auf 392 Seiten mit ihren Noten und genauen Herkunftsangaben zusammengestellt, begonnen mit den Melodien zu den Götterliedern der Edda und als eigener Anhang den 2000 Jahre alten altgriechischen Götterhymnen, über die Heldenlieder wie z. B. der Nibelungen- und Gudrunsage und mythischen und mythologischen Liedern bis zu den Volksliedern des Tages-, Jahres- und Lebenskreises.

Wir finden in der Sammlung unter anderem das schwedische Lied von Herrn Lovmann und Herrn Thor, das skandinavische Lied von Thord aus Haffsgard und Tosse Greffue (Thrymsqvida-Mythos), die erhaltene Fassung des Liedes von Svejdal (Svipdagr), aber auch das Lied von der Frau Holle oder das „Heidenlied“, den altflämischen Schlachtgesang.

Zu vielen Liedern sind Tanzbeschreibungen mit angegeben, auch bekannte Tänze wie der Siebensprung oder der Schwerttanz finden sich ebenso, wie etwa der uralte Gesang beim Quellopfer des schwedischen Ingemohains. Nornenlieder zur Geburt, Hochzeitslieder aus der deutschen Volksüberlieferung bis hin zu den Totenliedern und Totentänzen sind hier mit den Melodien enthalten. Selbst Weihnachtslieder finden sich, und in einem Anhang neuheidnische Lieder des vergangenen Jahrhunderts.

Unter den insgesamt über 300 Liedern hauptsächlich aus dem deutschen Sprachraum gibt es auch viele Lieder aus Skandinavien, dem Baltikum (Dainas) und anderen Ländern.

Seit über 10 Jahren lag das Manuskript meines Buches „Lieder der Vorzeit – Götterlieder, Heldenlieder und alte Volkslieder“ als Manuskript-Ausdruck vor, doch fand sich kein einziger Verlag, der ein Interesse hatte, das Buch herauszubringen. Ich hatte alle bekannten Liederbuchverlage angeschrieben, doch niemand war auch nur daran interessiert, wenigstens das Manuskript für eine Durchsicht anzufordern. Auch Michael Görden, der für die Herausgabe meines Runenbuches verantwortlich war und sich auf dem Buchmarkt gut auskennt, wußte keinen Rat.

Andererseits fehlte uns Altheiden ein Liederbuch, das unsere Lieder mit Texten und Noten enthält, so daß man sie einüben kann. Es gab nur unsere Liederhefte zu den Festen, die dann auch noch skrupellos raubkopiert wurden.

Das Manuskript mit Notensatz lag nur als 600dpi-Laser-Ausdruck vor, diesen Satz auf den modernen Rechner zu übertragen wäre wohl eine sehr aufwendige Angelegenheit; ich hatte das Liederbuch noch mit dem alten Atari-Rechner gesetzt, dazu mir selbst die Noten generiert – das kann nicht einfach auf andere Systeme übertragen werden.

Damit nun also diese umfangreiche Arbeit nicht umsonst war, sondern uns Altheiden auch zu Gute kommt, hatte ich beschlossen, das Buch selbst bei „Books on Demand“ herauszubringen. Das ist bei dieser Art von Vorlagen sehr kostenaufwendig, denn jede Seite muß einzeln abgelichtet und digitalisiert werden, dann erst kann der Druck erfolgen. Dank einer großzügigen Spende konnte das nun erfolgen.

Es handelt sich um ein Liederbuch; Liederbücher will man auch vor sich hinlegen können, um dann z. B. Melodien mit einer Flöte oder einem anderen Instrument abspielen zu können. Hier wäre ein Buch mit weichem Papierdeckel ungeeignet, da es sich nicht einfach aufbiegen läßt und sich immer verschlagen würde. Auch ist es denkbar, daß man ein Liederbuch mit in die Natur nimmt, um dort Lieder zu singen. Somit war klar, daß das Buch als fest gebundenes Buch erscheinen muß, was natürlich auch höhere Kosten bedeutet. Der von „BoD“ errechnete Endverkaufspreis des Buches beträgt  daher 39,80 Euro.

Ich wollte noch eine Ergänzung vornehmen und zwei kleine Druckfehler berichtigen, doch streikten sowohl der Laserdrucker, als auch die Atari-Festplatte. Die zehnjährige Einlagerung ist diesen Geräten offenbar nicht bekommen. So mußte das Manuskript also so bleiben, wie es 2002 schon war.

Doch genug davon, nun etwas zum Inhalt. In dem Buch gibt es insgesamt 304 Lieder auf 392 Seiten. Es sind aber 327 Melodien enthalten, weil es zu einigen Liedern mehrere Melodien gibt.

Nach einer Einleitung, in der auch die alten Modi (heidnische Tonarten) mit ihren Planetenzuordnungen aufgeführt sind, folgt als erstes Kapitel das der Götterlieder. Da sind zuerst natürlich sämtliche alten Melodien zu dem Edda- und Skáldenstrophen, dann folgen die beiden Eddalieder, die noch Jahrhunderte später als Volkslieder im Norden gesungen wurden, schließlich als Anhang an dieses Kapitel die 2000 Jahre alten altgriechischen Götterhymnen in Übersetzung.

Das nächste Kapitel bringt unsere Heldenlieder, also Melodien zur deutschen Nibelungen- und Gudrunsage, das jüngere Hildebrandslied, Dietrich von Bern usw. Auch das färingische Nibelungenlied ist enthalten, aber natürlich nicht mit den über 400 überlieferten Strophen (diese alle zu bringen hätte ein eigenes Buch erfordert). Im nächsten Kapitel finden sich mythische Lieder, also Lieder, in denen Mythen oder Reste von Mythen enthalten sind, u. a. Ritter Ulinger (Ullr), Frau Holle, das Heidenlied, Lied vom Tannhäuser, Her Lovmann und Herr Tord (Þórr) usw.

Die wenigen erhaltenen Reste von Liedern, in denen es um Naturgeister geht, folgen im nächsten Kapitel, u. a. das Lied vom wilden Wassermann mit 54 Strophen, zwei nordische Elbenlieder (darunter „Herr Olof“), das Bucklig Männlein, Nix in der Grube usw.

Zum Kapitel Tageskreis braucht man nicht viel zu sagen, es sind Lieder für den Morgen, Mittag, und Abend.

Es folgen Lieder des Jahreskreises, geteilt in die 8 Feste, darunter auch Weihnachtslieder. Bei den Mittsommerliedern sind auch viele Dainas aus den baltischen Ländern dabei.

Der Lebenskreis umfaßt Geburt und Geburtstag, Kriegerweihe mit dem Schwerttanz, Hochzeit und Tod.

Alle diese Kapitel haben ausschließlich überlieferte Volkslieder, nur in dem Anhang Neuheidentum finden sich auch Kunstlieder, also heidnische Lieder aus unseren Jahrhunderten, auch hier einige, die noch nie irgendwo in Büchern veröffentlicht wurden, z. B. von Sigrun Freifrau v. Schlichting.

Das Buch enthält 36 Lieder aus Skandinavien, 30 Lieder aus dem Baltikum (Dainas), 16 Niederländische Lieder, 13 Englische und 25 Andere (z. B. Österreich, Schweiz). Viele der skandinavischen und baltischen Lieder sowie die griechischen Götterhymnen sind noch nie in deutscher Übersetzung erschienen. Ich hatte dazu eigens verschiedene Dolmetscher engagiert, die mir die Texte in der Rohfassung übersetzten, dann habe ich unter Mithilfe von meiner Frau Catrin diese Grobübersetzungen zu singbaren Strophen möglichst mit Reimen umgebildet.

Außerdem gibt es in dem Buch 55 Tänze oder Kinderspieltänze, darunter der Siebensprung, der Schwerttanz, Sünnros, oder die schwedische Fassung des Flachsernte-Tanzes. Außer dem Schwerttanz sind alle Tänze zugleich Lieder und können auch ohne getanzt zu werden, gesungen werden.

Es versteht sich von selbst und wird sicher auch von mir erwartet, daß ich zu allen Liedern genaue Quellenangaben gesetzt habe, wo das Lied herkommt oder woher ich es genommen habe. Und natürlich ist auch ein Register der Liedanfänge dabei, um jedes Lied schnell auffinden zu können.

Nun noch etwas zu den Texten. Wir Altheiden wollen natürlich keine Kirchengesangbücher, also mußten deutliche christliche Textinhalte behutsam entfernt und durch passende andere ersetzt werden, ohne die Texte dabei mehr als nötig zu verändern. Oft gibt es von Liedern ja mehrere Fassungen, da kann man dann die heidnischen herauswählen. Manche Lieder sind nur in christlichen Umdichtungen erhalten, da habe ich sie wieder zurückgesetzt, wie es auch in andern Liederbüchern gemacht wurde. Z. B. kennen viele das Lied „So treiben wir den Winter aus“, welches nur in einer Parodie auf das Papsttum von Luther erhalten ist. Da heißt es z. B. in dieser Luther-Fassung:

>So treiben wir den Winter aus
Durch unsre Stadt zum Tor hinaus
Mit sein Betrug und Listen,
Den rechten Antichristen.<

Bei mir (S. 151) sieht diese Strophe so aus:

>So treiben wir den Winter aus
Durch unsre Stadt zum Tor hinaus
Wir jagen ihn zuschanden,
Hinweg aus unsren Landen.<

Die zwei geänderten Zeilen stammen aus einem ähnlichen Winteraustreiben-Lied. Und in der 2. Strophe wird aus „durch falsche Lehr’ und Lüge“ nun „durch seine späten Züge“. Diese Änderung ist relativ umfangreich, doch stammt sie gar nicht von mir, sie findet sich in vielen Liederbüchern und natürlich nun auch bei mir. Meist kommt man mit sehr wenig Änderungen gut aus (also 3 oder weniger Worte). So habe ich z. B. im jüngeren Hildebrandslied (S. 68ff), wo drei Mal „Gott am Himmel“ genannt wird, wieder „Irmin“ eingesetzt nach dem alten Hildebrandslied.

Das wunderschöne Lied „Frau Nachtigall“ (S. 183) ist nur christlich erhalten. Luther hat da eine Strophe eingefügt, in welcher der christliche Gott gelobt wird. In der Strophe danach heißt es dann, „Ihrs Lobes sie nichts müde macht. Ihn ehrt und lobt auch mein Gesang...“. Die Nachtigall, Synonym für die Liebesgöttin, lobt also den christlichen Gott. Hier brauchte ich nur diese christliche Strophe zu entfernen und in der zitierten Zeile zwei Wörter ändern: „Ihrs Liedes sie nichts müde macht. Sie ehrt und lobt auch mein Gesang...“. So ist das Lied nun ein Lob der Nachtigall, statt des Bibelgottes.

In ganz wenigen Fällen habe ich auch Kirchenlieder in Umdichtung aufgenommen, z. B. „Wir wollen alle fröhlich sein“ (S. 166) oder „Es ist ein osterlicher Tag“ (S. 174) und hier die jeweils heidnische Fassung ausgewählt und christliche Strophen weggelassen oder abgeändert. Wenn sich das Heidentum einmal richtig etabliert haben wird, wird man auch weitere alte Kirchenlieder in heidnische Fassungen umwandeln und auf den Kultfesten singen. Sehr wahrscheinlich waren viele Kirchenlieder ja bereits Änderungen von weltlichen und heidnischen Liedern. Sogar die bekannten gregorianischen Choräle, die in der katholischen Kirche in Gebrauch sind, haben sich ja nach jüngsten Forschungen von Sebnem Yavuz als ursprüngliche heidnische Kultweisen der Römer erwiesen.

Zu drei heidnischen Liedtexten, die ich gerne dabei haben wollte, gibt es leider keine überlieferten Melodien, da habe ich passende alte Weisen herausgesucht und so diese drei Lieder („Pumpan-Lied“ S. 105, „Opfergesang beim Ingemo Hain“ S. 220 und „Duk unner, die Welt ist dir gram“ S. 239) mit Melodien versehen.

Das das Buch „Lieder der Vorzeit“ natürlich auch in die Reihe der „Altheidnischen Schriften“ gehört, habe ich den Buchdeckel nach dem gleichen Schema gestaltet, wie er bei den anderen Büchern von mir ist. Als Titel habe ich eine Seite des „Codex Runicus“ mit dem ältesten dänischen Lied (in Runen gesetzt) verwendet. Das Lied heißt Traumlied und ist unter den Hochzeitsliedern im Buch zu finden (S. 329).

Noch etwas zu den Noten: Ich habe zu jeder Melodie die Weise (Modus) angegeben, also darüber geschrieben, z. B. „dorisch“ oder „lydisch“, so daß man im Vorwort sehen kann, welchem Planeten und damit welcher Gottheit eine Melodie geweiht ist. Jonisch und hypojonisch entspricht dabei unserm C-Dur, äolisch und hypoäolisch unserm a-Moll. Oft sind diese Tonarten auch versetzt, z. B. C-Dur auf G wird zu G-Dur. Genauso können die alten Tonarten z. B. „dorisch“, das von D nach D läuft, entsprechend auf andere Töne versetzt werden. Außerdem habe ich versucht, die Melodien einfach zu setzen, also mit Viertel- und halben Noten statt Achteln und Sechzehnteln, außerdem nur einstimmig. Ich rechne nicht damit, daß Berufsmusiker das Buch erwerben, sondern normale Menschen, die auch mit durchschnittlichen Musikkenntnissen eine Melodie abspielen wollen. Trotzdem müßte man dazu schon ein wenig Notenlesen können. Ansonsten bleiben immer noch die Texte selbst und wenn man jemanden kennt, der einem eine Melodie vorspielt, kann man das mit einem Tonbandgerät aufnehmen und sich mehrfach anhören und so in Ruhe einüben.

 

 

Wie der Satz aussieht, zeigt der obige Beispiel-Scan der Seiten 102-103. Ich habe alle Melodien auf den G-Schlüssel (Violinschlüssel) übertragen, gerade die alten griechischen Melodien und die Eddamelodien waren im C-Schlüssel (Bratschenschlüssel) notiert, der doch eher selten und ungewohnt ist und ein Abspielen mit dem Instrument sehr erschwert.

Die Übersetzungen und Zusammenstellungen unterliegen natürlich dem Urheberrecht; die urheberrechtlich geschützten Teile sind auf einer Seite am Ende aufgeführt. Wer so ein Lied z. B. im Netz singen oder als CD verbreiten will, der muß Tantiemen bezahlen (vor 10 Jahren waren das 20 DM pro Lied und für jede angebrauchte 1000-Auflage, heute wohl eher 20 Euro). Ein geschütztes Lied auf einer CD mit 1500 Stück Auflage würde also 40 Euro kosten.

Daß so ein teures Buch dringend gute Werbung braucht, um ein Erfolg zu werden, ist wohl klar. Wer also Internet hat, der möge es bitte dort vorstellen.

Géza von Neményi, „Lieder der Vorzeit – Götterlieder, Heldenlieder und alte Volkslieder“, Verlag Books on Demand, Noderstedt 2013 (ISBN 978-3-8482-6853-5), 392 Seiten, fest gebunden, 39,80 €. B 14.

 

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